Am 31. Oktober klingeln in vielen deutschen Nachbarschaften kleine Hexen, Vampire und Skelette an den Türen. Was in den USA seit Jahrzehnten Tradition ist, hat sich hierzulande seit den frühen 1990er Jahren etabliert. Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie beziffert den Umsatz mit Halloween-Süßwaren mittlerweile auf rund 240 Millionen Euro pro Saison, wie der BDSI in seinen Branchenmeldungen berichtet. Für Familien mit Kindern stellt sich damit jedes Jahr die Frage, wie eine Feier gelingt, die gruselig genug ist, um Spaß zu machen, aber altersgerecht bleibt.
Planung und passende Verkleidung
Eine kindgerechte Halloween-Party beginnt lange vor dem 31. Oktober mit einer klaren Vorstellung von Gästezahl, Altersgruppe und verfügbarem Raum. Für Kinder zwischen vier und sieben Jahren empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine Feierdauer von zwei bis drei Stunden, ältere Kinder bewältigen problemlos vier bis fünf Stunden mit wechselnden Aktivitäten. Die Einladungen sollten zwei bis drei Wochen vorher verschickt werden, damit die Eltern der geladenen Gäste ausreichend Zeit für die Vorbereitung haben.
Das Kostüm ist für die meisten Kinder der Höhepunkt der Feier. Bei der Auswahl lohnt sich ein Blick auf Sicherheitsaspekte wie das GS-Zeichen oder die CE-Kennzeichnung, die eine Prüfung nach der europäischen Spielzeugrichtlinie 2009/48/EG belegen. Wer nicht selbst nähen möchte, findet bei spezialisierten Anbietern eine breite Auswahl an Halloween-Kostümen für Kinder, die von klassischen Motiven wie Gespenst, Hexe oder Skelett bis zu aktuellen Filmfiguren reichen. Bei jüngeren Kindern sind bequeme Schnitte und atmungsaktive Materialien sinnvoll, da synthetische Stoffe bei Bewegung schnell zu warm werden. Masken sollten das Sichtfeld nicht einschränken. Alternativ eignet sich Schminke auf Wasserbasis, die sich am Abend leicht wieder abwaschen lässt.
Deko und passende Atmosphäre
Die Wirkung einer Halloween-Party steht und fällt mit dem Ambiente. Ein abgedunkelter Raum mit indirektem Licht schafft die Grundstimmung, ohne die Kinder zu ängstigen. Battery-betriebene LED-Kerzen sind gegenüber echten Kerzen die sichere Wahl, gerade wenn Kostüme mit langen Ärmeln oder Umhängen im Spiel sind. Die deutsche Feuerwehr weist regelmäßig darauf hin, dass die Zahl der Wohnungsbrände in den Herbstmonaten steigt, häufig durch offenes Licht in Kombination mit Textilien.
Ein Klassiker bleibt der Kürbis. Für die Schnitzerei eignen sich Halloween-Kürbisse der Sorte Jack O’Lantern, die im Handel meist ab Anfang Oktober erhältlich sind. Der Landesverband Gartenbau empfiehlt kleinere Exemplare zwischen zwei und vier Kilogramm, da sie leichter zu bearbeiten sind und länger halten. Nach dem Aushöhlen verlängert das Einreiben des Innenrandes mit Zitronensaft die Haltbarkeit um mehrere Tage. Weitere klassische Deko-Elemente wie Spinnennetze aus Watte, Fledermäuse aus schwarzem Tonpapier oder selbst gebastelte Geister aus Stofftaschentüchern kosten wenig und lassen sich in einer gemeinsamen Bastelrunde mit den Kindern vorbereiten. Das reduziert die Kosten und beginnt die Feier bereits im Vorfeld.
Spiele, die auch schüchterne Gäste einbeziehen
Der klassische Süßes-oder-Saures-Rundgang durch die Nachbarschaft ist für viele Kinder das Herzstück des Abends. Empfehlenswert ist eine Gruppengröße von drei bis sechs Kindern in Begleitung mindestens einer erwachsenen Person. Der Deutsche Kinderschutzbund rät, sichtbare Kleidung oder Reflektoren am Kostüm anzubringen und die Route vorher abzusprechen. Häuser, die mit Kürbissen oder Halloween-Deko geschmückt sind, gelten als Zeichen, dass die Bewohner Süßigkeiten bereithalten. Türen ohne Deko sollten übergangen werden.
Für den Aufenthalt in der Wohnung eignen sich Spiele, die keine besonderen sportlichen Fähigkeiten voraussetzen. Beim Mumienwickeln bekommt jedes Team eine Rolle Toilettenpapier, mit der ein Mitspieler in kürzester Zeit eingewickelt werden muss. Die klassische Reise nach Jerusalem lässt sich mit gruseliger Musik zur Monster-Reise umbauen. Bei einer Fühlkiste tasten die Kinder in geschlossenen Behältern nach vermeintlichen Augäpfeln, die in Wahrheit aus geschälten Weintrauben bestehen, oder nach kalten Spaghetti, die als Würmer angekündigt werden. Eine Schatzsuche mit Hinweisen im Haus verlängert das Programm um mindestens 30 Minuten und funktioniert bei Kindern ab etwa fünf Jahren zuverlässig.
Snacks und Getränke mit Grusel-Effekt
Beim Essen zählt bei kleinen Gästen weniger die Raffinesse als der Wiedererkennungswert. Würstchen, in Blätterteig eingewickelt und mit Senfpunkten als Augen versehen, werden zu Mumien. Aus Mozzarellabällchen und Oliven entstehen Augäpfel, die auf Salat serviert werden. Muffins mit orangefarbenem Zuckerguss und Schokoladenstielen erinnern an Kürbisse. Wer den Zuckerkonsum begrenzen möchte, findet Orientierung in den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die für Kinder von vier bis sechs Jahren maximal 25 Gramm freien Zucker pro Tag ansetzt, was etwa zwei bis drei kleinen Süßigkeiten entspricht.
Bei Getränken bietet sich ein Hexentrank aus Traubensaft, Zitronenlimonade und einer Handvoll Blaubeeren an. Trockeneis erzeugt spektakuläre Nebeleffekte, sollte aber ausschließlich von Erwachsenen gehandhabt und nie in direkten Kontakt mit den Getränken der Kinder gebracht werden, da Hautkontakt zu Kälteverbrennungen führen kann. Ein einfacherer Effekt entsteht durch Eiswürfel, in denen kleine Plastikspinnen eingefroren wurden.
Wer die Gruselparty in dieser Reihenfolge plant, also erst Kostüme und Deko, dann Spiele und zuletzt das Buffet, verteilt die Aufgaben über mehrere Wochen und vermeidet Hektik am Veranstaltungstag. Für Nachbarn, die keine Süßigkeiten austeilen möchten, hat sich in einigen Städten ein kleiner Kürbis-Aufkleber am Fenster als höfliches Signal etabliert. So bleibt der Abend für alle Beteiligten das, was er sein soll, ein fröhlicher Auftakt in die dunkle Jahreszeit.